Am Anfang steht das Wort

Die spanische oder kastillische Sprache gilt als Weltsprache. Laut einer Studie des Cervantes-Instituts lernen ca. 14 Millionen Menschen Spanisch, davon 500.000 allein in Deutschland. Damit ist Spanisch hinter dem Englischen die am häufigsten erlernte Sprache.

Allerdings wird in verschiedenen Regionen neben der offiziellen Amtssprache Castellano eine zweite Sprache gesprochen, die eben nicht nur einem Dialekt entspricht sondern eine eigenständige Sprache ist. In Katalonien, Galizien, Valencia und im Baskenland gibt es seit Beginn der 90er Jahre harte Auseinandersetzungen über dieses Thema.

Spanien hat vier offizielle Sprachen: Castellano, Català/Valenciano, Gallego und Euskera/Vasco. In Cataluña wird in über 90% der öffentlichen Schulen auf català unterrichtet. Castellano wird als Fremdsprache gelehrt. In der Comunidad Valencia gibt es an den öffentlichen Schulen sowohl die Ausrichtung Valenciano als auch Castellano. Valenciano wird jedoch stärker gefördert als Castellano. Wer in einer dieser Regionen wohnt, kommt auf die Dauer nicht umhin die Zweitsprache zu erlernen.

In Andalusien wird andaluz gesprochen, ein Dialekt der nicht einfach zu verstehen ist. Auf Youtube gibt es unter dem Suchbegriff  „Curso Dandalú“ ein paar wunderbare Beispiele zum Hineinhören. Allerdings ist es überhaupt kein Problem mit Castellano zu Recht zu kommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen sehr positiv darauf reagieren, wenn sich ein Ausländer bemüht, spanisch zu sprechen. Und wenn man einige Zeit in Andalucía lebt, wird aus „hasta luego“ automatisch „ha luego“ (sehr schnell und in einem Zug ausgesprochen).

Gerade an der Costa del Sol gibt es sehr viele Menschen, die seit mehr als zehn Jahren hier leben und kaum ein Wort spanisch sprechen. Es gibt regelrechte deutsche oder englische „Zentren“ (ich wollte jetzt nicht das Wort „Ghettos“ verwenden, denn es trifft den Charakter dieser Siedlungen nicht). Diese Residenten leben in einer Parallelgesellschaft, sie haben keinerlei Kontakt zu den Andalusiern und bleiben unter sich. Und tatsächlich ist es fast problemlos möglich mit nur rudimentären Englischkenntnissen in Orten wie Marbella, Torrox oder Torremolinos ohne Schwierigkeiten den Alltag zu meistern .

Ich habe allerdings die Entscheidung getroffen, die Sprache zu lernen und habe mich vom ersten Moment an großartig damit gefühlt. Ich lebe auf dem Campo unter spanischen Nachbarn und bin froh, dass ich mich mit Ihnen in auf  Spanisch unterhalten kann. Für mich ist die Sprache die Basis zur Integration. Ich erinnere mich noch gut daran, wie abfällig in Deutschland über die Türken gesprochen wurde, die auch nach zwanzig Jahren Aufenthalt kein deutsch sprechen. Ich möchte diesen Fehler nicht machen, ich bin nach Spanien gekommen um mich hier anzupassen und ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein; aus meiner Sicht ohne Sprachkenntnisse unmöglich.

Wer also mit dem Gedanken spielt, nach Andalusien auszuwandern, sollte so früh wie möglich die Sprache lernen. Wenn man erst einmal hier ist, hat man so viel zu tun, dass oft die Zeit dafür recht knapp ist. Grundkenntnisse reichen für die Anfangszeit völlig aus, „learning by doing“ macht enormen Spaß!

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